Zeittafel zur Geschichte Rastenbergs

um 500 <> - Vor- und frühgeschichtliche Funde zeugen davon, dass dieses Gebiet bereits seit der Altsteinzeit besiedelt ist.

um 900   Thüringer Markgrafschaft umfasst das Gebiet , zwischen Werra und Saale, Harz und Thüringer Wald.
     
1070-1078 - Errichtung der Raspenburg auf dem strategisch günstig gelegenen Burgberg.
Über die Erbauer der Burg werden widersprüchliche Angaben gemacht. Es ist anzunehmen, dass es Ludwig der Springer oder dessen Bruder Heinrich Raspe d. h. der Raue war.
     
um 1200 - in der Blütezeit der Burg existierte ein Nonnenkloster. Im Zuge der Reformation wurde dieses jedoch um 1539 aufgelöst.
     
1269 - in einer Urkunde des Klosters Hausdorf von 1269 wird Sibodo Truchseß von Raspenberch genannt, ein Geschlecht, das als Burgmannen eingesetzt war und den Namen nur von der Burg entlehnte.
     
1294 - Rastenberg wird als Dorf mit einigen hundert Einwohnern bezeichnet.
     
um 1313 - die Raspenburg steht im Ruf einer Raubritter- und Wegelagererburg und wird deshalb 1321 durch Friedrich den Gebissenen mit Hilfe der Mühlhäuser und Erfurter Kaufleute zerstört.
     
1341 - finden wir in der Chronik den heutigen Namen Rastenberg. 1346 lesen wir "Raspenburg", 1487 "Rassenburgk".
     
1376 - wurde Rastenberg an Gebhardt von Querfurt verpfändet.
     
1378 - wird Rastenberg "Civitas" und "Stetichin" genannt, so das anzunehmen ist, daß zu dieser Zeit durch den Landgrafen die Stadtrechte verliehen wurden.
     
um 1400 - erhielt Rastenberg das Marktrecht.
     
1412 - in einer Urkunde wird Rastenberg als Stadt bezeichnet.
     
1464 - erneute Bildung eines Stadtrates in Rastenberg und Ernennung des Bürgermeisters in unserer Stadt (eigenes Stadtsiegel seit 1460).
     
1482 - am 28. Oktober, bestätigen die Enkel des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen, Ernst und Albrecht, Rastenberg das Stadtrecht nochmals und ausdrücklich.
     
1537 - das Kötschausche Rittergut vom Rat erworben.
     
1531/44 - Gründung einer Stadtschule mit Lateinunterricht.
     
1560 - Gründung einer Mädchenschule in Rastenberg.
     
1565 - als Amtsgebäude für die Stadtverwaltung wurde 1565 das Rathaus erbaut.
     
1594 - Das "Breitenbachsche" Rittergut wurde vom Rat erworben.
     
1603 - Der "Edelhof", später das Stadtgut wurde vom Rat erworben.
     
1626 - am 18. Mai des Jahres brach in Rastenberg die Pest aus.
     
1634 - Kaiserliche Reiter setzten Rastenberg in Brand.
     
1641 - Bau des Raspehauses, Wohnhaus des sächsischen Amtsvoigtes Thomas Raspe.
     
1646 - am 18. Juni, entdeckten Schäfer im Mühltal eine "helle Quelle" und berichteten umgehend dem Bürgermeister davon. Kurz danach fand man zwei weitere Quellen. Die Kunde von der Heilkraft des Wassers hatte sich schnell verbreitet, so daß täglich viele Menschen Linderung ihrer Leiden von den Quellen erhofften.
     
1649 - schlossen sich die Handwerker der Stadt zu Zünften zusammen.
     
1696 - Der Bade- und Kurbetrieb erreichte seinen Höhepunkt.
     
1684-1693 und 1710 - wurden in Rastenberg Ross-, Vieh- -und Krammärkte abgehalten.
     
1697-1700 - stellte der Herzog Karl August einen Stadt- und Landphysikus ein, der die Badegäste beraten sollte. Die Blütezeit des Bade- und Kurbetriebes in Rastenberg.
     
1711 - erbaute man die Stadtmauer mit ihren zwei Wehrtürmen. Sie umschloss den südlichen und westlichen Teil der Stadt.
     
1720 bis 1751 - Apotheker Johann Ernst Scherff erhielt das Privileg für die "Löwen-Apotheke" in Rastenberg.
     
1735 - von 1711 bis 1735 amtierten Richter- als Gesetzesgrundlage diente der Sachsenspiegel von 1545.
     
1753 - bittet der Apotheker Poppo Christoph Steinmüller um die Erlaubnis zur Führung einer Apotheke.
     
1789 - 1678 bis 1789 wohnen die Vorfahren von Carl Zeiß in Rastenberg.
     
1806 bis 1813 - Einquartierung von Franzosen in der Stadt. Verarmung der Bevölkerung.
     
1811 - traten die alten Heilquellen wieder zutage. Die Kriegszüge Napoleons verhinderten den Ausbau des Bades und das Aufblühen eines neuen Kurbetriebes
     
1818 - entdeckte man eine neue Quelle, deren Wasser "kohlensaures Eisen" enthielt.
     
1822 - versiegte die Quelle durch ein Unwetter - das Bad und die Gesundquellen gerieten in Vergessenheit.
     
1823 bis 1850 - hatte Rastenberg einen eigenen Richter - 1850 wurde die Gerichtsbarkeit aufgehoben und ging nach Buttstädt.
     
1824 - Ein großer Brand vernichtete ganze Stadtteile von Rastenberg.
     
1824 bis 1826 - Wiederaufbau sämtlicher Gebäude.
     
1827 bis 1850 - wurden in der Altenburger Mühle und in der Haselmühle Bäder verabreicht, so dass der Kurbetrieb nicht ganz zum Erliegen kam.
     
1850 - wurde in Rastenberg ein Kirschfest gefeiert.
     
1856 - eine Ziegelei wurde erbaut.
     
1865 bis 1867 - eine dritte Quelle wurde bei der Haselmühle freigelegt. Zur Belebung des Badebetriebes wurde ein Badekomitee gebildet.
     
1867 - ein Badehaus wird errichtet.
     
1868 - erbaute die Stadt mit privaten Aktienanleihen für 130.000,00 Goldmark das Kurhaus und legte zwischen Badehaus und Kurhaus einen Kurpark an.
     
1882 - Gründung einer städtischen Feuerwehr.
     
1886 - der Schmalspurbahn nach Weimar.
     
1907 - wurde in einem Waldgebiet nahe der Stadt ein Kaliwerk errichtet.
     
1909 - 1909 baute die Stadt Wasserleitung und Kanalisation. Das Wasser wurde von der Klefferquelle zum Hochbehälter auf dem Burgberg geleitet.
     
1909 - erfolgte der Anschluss an das Leitungsnetz der elektrischen Überlandzentrale Buttstädt -Gispersleben.
     
1910 - besaß Rastenberg ein Postamt -einen Bahnhof mit drei Gleisanschlüssen: Schmalspurbahn nach Weimar, über eine Normalspurbahn nach Buttstädt und über eine Schmalspurbahn -Grubenanschluss.
     
1912 - wurde eine Bürgerschule errichtet ( heutige Grundschule ).
     
1912 - Beginn der Kaliförderung mit 750 Belegschaftsmitgliedern.
     
1914 - am 2. September 1914 wurde die Bürgerschule Rastenberg eröffnet.
     
1918/19 - am 1. Oktober - Gründung eines Kindererholungsheimes.
     
1921 - kaufte der Landesverein das Sanatorium "Finneck". Das Kindererholungsheim wurde zur Tbc-Heilstätte umgewandelt.
     
1922 - Errichtung des Denkmals im Ehrenhain am Kurhaus für die Opfer des Ersten Weltkrieges.
     
1924 - Stillegung des Kalischachtes "Gewerkschaft".
     
1924 - aus zwei ehemaligen Schilfteichen wurde das Waldschwimmbad erbaut.
     
1925 - im Sommer wurde das Bad zum Badebetrieb freigegeben.
     
1928 - Einrichtung einer Stadtbücherei. Stiftung von Professor Dr. Bernhard Rost.
     
1928 - Erweiterung des Waldschwimmbades - Errichtung eines Sprungturmes.
     
1928 - war die Heilstätte "Finneck" die erste Krankeneinrichtung, die den Schulbetrieb aufnahm.
     
1932 - gründete Rastenberg mit der Gemeinde Hardisleben einen Zweckverband zur Weiterführung der Bahn nach Buttstädt. Diese kleine Bahn nannte man "Zwecke" eine Abkürzung vom Zweckverband.
     
1936 - am 7. Dezember - Umbildung in eine Freiwillige Feuerwehr Rastenberg.
     
1936 - wurde die Heilquelle neu gefasst - neue Kuranlagen entstanden.
     
1937 - Gründung eines Verkehrsvereins, der dafür sorgt, dass in großzügiger Weise alle Voraussetzungen für den Kurbetrieb gegeben sind.
     
1937 - wurde in Rastenberg ein Brunnenfest gefeiert.
     
1945 - am 11. April , der Zweite Weltkrieg, in dem 150 Rastenberger ihr Leben lassen mußten, ging für die Stadt Rastenberg mit dem Einmarsch von amerikanischen Truppen zu Ende.