Zeittafel zur Geschichte des Stadtteiles Roldisleben

um 700

- Christentum fasst Fuß, durch irische Mönche. Wahrscheinlich Gründung des Ortes Rodisleben.
     
1342-1346 - Verheerende Auswirkungen durch Grafenkrieg.
     
1445-1451 - Bruderkrieg, dazu kamen Hunger und Seuchen, sehr strenge Winter, die viele Menschen dahinrafften.
     
1450 - der Ort brannte fast völlig nieder und kämpfte anschließend ums Überleben.
     
1498 - Rastenberg ruft umliegende Orte in einer Streitsache gegen Olbersleben als Zeugen auf (Nutzung und Hege der Umgebung Roldisleben).
     
im 15. Jahrhundert - der Ort geht vom Grafen von Hohenstein-Heldrungen an die Stollberger über, getragen von Hans Knut zu Lehn.
     
1583 - der Ort ging von Antonius und Philipp Knut an den Comthur des Deutschen Ordens Johann von Gleichen zu Heilbronn.
     
1597 - nach Beginn der Reformation wird Roldisleben als vornehmstes Pertinenzstück erklärt. Pächter war Gangloff Thangel. Er ,wie seine Vorbesitzer ,klagten über die Roldislebener Bauern, wegen Lässigkeit in Leistung ihrer Frohndienste.
     
1618 - Schwere Zeiten für die Einwohner des Ortes während des Dreißigjährigen Krieges, große Plünderungen des Ortes durch Einquartierungen vom Regiment aus dem Lüneburgischen und anschließendem Einfall von 1500 Kroaten.
     
im Oktober 1636 - geht das Dorf bis auf sechs Häuser innerhalb einer Stunde in Flammen auf. Kurz darauf macht ein schwedisches Regiment Quartier für drei Tage und Nächte, danach folgt die kaiserliche Armee und nimmt alles was der Brand gelassen hatte.
     
1639 - eine zersprungene Kirchenglocke und ein Kelch wurden für 19 1/2 Thaler verkauft, davon bekamen die Einwohner 3 Thaler, um die größte Not zu lindern. Für 600 Gulden wurde auch die Gemeindewiese (20 Acker) verpfändet.
     
bis 1646 - als Folge der Armut und des Hungers brachen Seuchen aus, wie Pest, Cholera, Typhus und schwarzer Tod.
     
1648 - Kriegsende, nur ein kleines Grüppchen, des bis auf die Grundmauern zerstörten Ortes, kann an Wiederaufbau denken.
     
ab 1649 - in den folgenden Jahrzehnten, die trotz Hunger und Not ruhig verliefen, wurde Roldisleben wieder aufgebaut. Gewerbe siedelten sich an, wie Seiler, Leineweber und Seifensieder. Eine Strumpffabrik, Weißbäckerei, Schmiede und Zimmermannswerk- stätte entstand. Haupterwerbszweig war und ist die Landwirtschaft.
     
1806-1813 - in den Freiheitskriegen hatte Roldisleben wieder unter Plünderungen der durchziehenden Truppen (Preußen, Franzosen und Kosaken) zu leiden. 1812-1813 hatten feindliche Truppen ihre Zelte auf den Feldern aufgebaut, dadurch blieben Äcker unbebaut und keine Ernte konnte eingebracht werden. Hunger und Not waren wieder täglicher Gast in den Familien.
     
1815 - durch Teilung Sachsens kam Roldisleben zur Ephorie Heldrungen.
     
1828 - im Herbst 1828 erlebt der Ort einen großen Brand, dem viele Wirtschaften zum Opfer fielen. Einer Landwirtsfrau war beim Kochen die Kleidung in Brand geraten. Um Hilfe zu holen, lief sie wie eine Fackel von Haus zu Haus und steckte so eins nach dem anderen an.
     
1849 - ein Freudentag für Roldisleben war der 1. Juli 1849, das Jubelfest des 200jährigen Wiederaufbaues. Mehr als 6000 Zuhörer hatten sich zur Predigt des Pfarrers eingefunden, wurde berichtet.
     
1856-1859 - die gesamte Feldmark Roldisleben wurde separiert, was die Bewirtschaftung wesentlich leichter machte. Der Abschluss der Separation war Anlass, dass Roldisleben und Rastenberg, jeder auf seiner Seite, an der Chaussee nach Rastenberg eine Freundschaftslinde pflanzte. In dieser Zeit entstand ein neuer Friedhof.
     
1898 - Anschaffung einer zweiten Kirchenglocke aus der Gießerei in Apolda ( die erste Glocke stammte noch aus dem Jahre 1627 )
     
1914 - Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die Glocke von 1898 musste abgegeben werden.
     
1933 - Ostern -Glockenweihe (Die Glocke kam im 2. Weltkrieg nicht zur Verschrottung).
     
1945 - am 11. April marschierten amerikanische Truppen in Roldisleben ein.