Zeit zu schweigen, zu lauschen, in sich zu gehen.
Nur wer die Ruhe beherrscht kann die Wunder noch sehen, die der Geist der Weihnacht den Menschen schenkt.
Auch wenn so mancher anders denkt.


Die Zeit ist so schnell vergangen.
Und wieder sitze ich vor einem weißen Blatt Papier und die Bürgerinnen und Bürger möchten meine Gedanken zur Weihnachtszeit lesen. Was soll ich nur schreiben?
Ein Gruß vor lauter Freude, ein Wort des Dankes an alle fleißigen Bienchen, welche das ganze Jahr geholfen haben? Zeilen, für die Menschen, welche einen lieben Menschen verloren haben und wissen sollen Sie sind nicht allein.
Ja diese Gedanken bewegen mich jedes Jahr wenn ich mein Grußwort erarbeite und das kommt auch von ganzem Herzen.

Nur bedrückt mein Gemüt derzeit diese Ungewissheit der Zukunft unserer Stadt, unseres Kreises und darüber hinaus. Sicher muss man die Dinge optimistisch sehen und als Bürgermeister die Menschen motivieren und animieren. Über 15 Jahre beschäftige ich mich jetzt mit Kommunalpolitik. Immer mit dem Versuch aus einer ausweglosen Situation noch etwas Positives abzugewinnen. Nur dieses Jahr fehlt mir irgendwie der Mut oder vielleicht auch doch nicht?

Die Sparkasse wurde geschlossen. Ein Vorschaltgesetz ist für Thüringen auf den Weg gebracht wurden. Eine Kreisgebietsreform steht im Raum und man lebt mit dem Gefühl, dass diese gesamte Arbeit der letzten Jahre umsonst war. Und immer wieder hört man nur das eine Argument, wir müssen Geld sparen. Geld sparen, ja aber warum dreht sich immer nur alles um dieses Wort? Zählt nicht mehr die Menschlichkeit untereinander, ist nicht das persönliche Gespräch miteinander wichtig? Ist der Reichtum und Wohlstand Einzelner gerechtfertigt, um der breiten Masse Anerkennung und Intendität zu rauben. Ja wir müssen reagieren auf die Zeichen der Zeit. Digitalisierung, schnellere Informationswege und weg von alteingefahren Gleisen und Strukturen. Dabei sind alle gefordert und nicht nur einseitig, nämlich nicht nur beim einfachen Bürger die Lebensgewohnheiten verändern.

Ich bin immer wieder erfreut über den Einfallsreichtum der Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt. Ein neues Bushaltestellenhäuschen entsteht. Das Sportlerheim hat ein neues Dach bekommen. Das Schwimmbad hatte mit knapp 18.000 Besuchern wieder ein volles Haus. Auf dem Campingplatz wird ein Caravanstellplatz gebaut. Die Jugendherberge wird zum Treffpunkt altersgerechten Wohnen. In Roldisleben und Bachra wurden auf den Friedhöfen sichtbare Veränderungen vorgenommen, in beiden Kindergärten werden Sanierungsmaßnahmen vorbereitet. Und ganz oben drauf ist die Coudraykirche auf einem sehr guten Weg national an Bedeutung zu gewinnen. Und deswegen bin ich so stolz Bürgermeister dieser Stadt zu sein. Immer neue Projekte entwickeln sich und werden egal was für politische Zwänge die Region verändern unsere Orte nicht untergehen lassen. Dafür stehe ich mit meinem Wort ein.

Wünsche in der Weihnachtszeit sind erlaubt. Ich denke an den Anfang dieses Textes zurück und möchte Ihnen allen in diesem Sinne eine ruhige und friedliche Zeit wünschen und glauben Sie mir die Sonne geht jeden Tag aufs Neue auf und damit verbunden die Hoffnung Glück und Zufriedenheit jeden Tag neu zu erleben.

Ihr Bürgermeister Uwe Schäfer