Wander- und Radtouren in der Region Rastenberg


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Tiefes Tal



Wegbeschreibung 


Rastenberg | Wanderweg Tiefes Tal

Kennzeichnung:

Rundwanderung
Länge: ca. 7 km
Dauer: ca. 2 Stunden
Ausrüstung: festes Schuhwerk
Schwierigkeitsgrad: mittel 

Wir beginnen unsere Wanderung am Rathaus.

Der Weg führt 150 m die Mühlstraße entlang, vor uns erhebt sich der Burgberg.

DIE RASPENBURG
Um den Burghügel hatten sich die Häuser Rastenbergs geschart und die Bewohner Schutz gesucht. Scherbenfunde bestätigten die Vermutung einer vorgeschichtlichen Wallburg an diesem Standort. Rastenberg verdankt seinen Namen der „Raspenburg", die zwischen 1070 und 1321 auf dem Burgberg stand. Allerdings fehlen über die Erbauer genaue historische Angaben. Überliefert ist jedoch, dass sich die Feste im Laufe der Zeit zu einem Raubritternest mauserte. Diese hatten es auf Hab und Gut der Handelsleute abgesehen. 1321 setzten die Händler, vereint mit Friedrich dem Gebissenen, dem Treiben ein Ende und zerstörten die Burg. Heute ist vom Gemäuer nur noch ein Rest des Bergfriedes zu sehen. Er misst 32 m im Umfang und hat eine 2,5 m starke Mauer.

Rechts neben dem Bäcker geht es den Burgstieg hinauf, am Hundehügel legen wir eine kleine Pause ein und genießen den schönen Blick über die Stadt.

DER BURGHUND
Einst ein treuer Begleiter auf vielen Beutezügen des Raubgesindels, blieb der Hund nach ihrer Vertreibung und der Zerstörung der Burg hier ganz allein zurück. Er ist ein großes schwarzes Tier mit zottigem Fell. Nach wie vor machte der Hund während der Nacht seine Runde um den Berg und wartet auf die Rückkehr der wilden Gesellen – als müsse er die Trümmer der Burg bewachen. Zur Mitternachtsstunde kam er auf den Hundehügel. Von hier, auf halbem Wege zum Bache hatte er über das Land, bis hin zur Furt des Wasserlaufes eine gute Sicht. Doch die vielen Jahre des vergeblichen Wartens brachen dem stolzen Tier das Herz, sein Geist dreht ab und an bei Vollmond um Mitternacht im Schutze der Dunkelheit seine Runde um den Berg und leise ist sein Wimmern zu hören.

Weiter führt unser Weg durch den Halsgraben (Der Durchgang wurde künstlich angelegt und gehörte zur Wehranlage der Burg), am Burgberg vorbei in Richtung Almose.

An der linken Seite ragt der Fuchsturm empor. Von hier haben wir einen herrlichen Blick auf Teile des Thüringer Beckens mit seinen fruchtbaren Böden. Bei guter Sicht ist der Glockenturm der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar zu sehen, oft sogar in westlicher Richtung auch der 916 m hohe Inselsberg im Thüringer Wald.

Unterhalb des Fuchsturmes gibt es einen interessanten geologischen Aufschluss der Finnestörung. Hier wurde Wellenkalk und mittlerer Buntsandstein überkippt und auf unteren bzw. mittleren Muschelkalk sowie untere Keuperschichten überschoben. Der Wanderweg führt weiter über die Almose und taucht in einen schönen Laubwald ein.

ALMOSE - DIE „ALMOSEM“
Als Almendeland bezeichnete man im frühen Mittelalter die Viehweide, die allen gehörte. Um 1500 ging die Almose in den Besitz des Adels über; von da an wechselt der Eigentümer häufig. 1921-22 baute die Kali-Gewerkschaft links vom Tauhardter Weg Doppelhäuser.

Den Hinweisschildern folgend, biegen wir auf der höchsten Erhebung des Weges (312 m über NN) nach rechts zur Jagdhütte ab.

Hinweis: Abseits vom eigentlichen Wanderweg, ca. 300 m hinter der Jagdhütte, auf der rechten Seite, liegen die „Drei Kreuze".

STEINKREUZE
Über die Errichtungszeit und Herkunft der Steinkreuze sind keine Details bekannt. Bei den Steinkreuzen kann es sich um eine Kultstätte oder um Sühnesteine handeln. Im Volksmund kursieren mehrere Sagen um die Kreuze. Nach einer Sage, soll hier ein Fleischergeselle zwei Saubacher Mädchen wegen ihres Schmuckes erschlagen und beraubt haben. Nach einer anderen Sage habe ein eifersüchtiger Fleischer eine Mutter und deren Tochter erschlagen, weil ihn das Mädchen abgewiesen hatte.

Der Weg führt durch schöne Buchenbestände weiter zur Kirchenallee - eine breite befestigter Forststraße. Wir überqueren die Kirchenallee und wandern der Markierung folgend zum ehemaligen Bahnviadukt. Die einstige Überführung gehörte zur Bahn des Rastenberger Kalischachtes, der 1925 stillgelegt und abgebaut wurde. An dem Kreuzungspunkt hinter dem Viadukt biegen wir rechts ab und wandern die Tiefe Tal-Straße entlang.

Hinweis: Direkt von der Kreuzung aus führt ein versteckter schmaler Pfad zu einer über 400-jährigen Eiche, der sogenannten Brauteiche.

BRAUTEICHE
Der Name lässt die Vermutung an einen alten Brauch aufkommen. Es heißt: Junge Mädchen welche in der Osternacht den Baum aufsuchen und auf dem Wege zur Brauteiche an ihren heimlich Geliebten dachten, die Eiche umtanzten und aus einer nahe gelegenen Quelle Osterwasser schöpften und in Krügen mit nach Hause nahmen, bekommen ihren Traummann.

IM TIEFEN TAL Dieses Gebiet mit seinen Eschen, Eichen und Erlen bildet einen typischen Auenwald. Dieser wurde 1983 zum Flächennaturdenkmal ernannt. Damit ist die noch ursprüngliche Mäanderbildung des Harschbaches und des Auenwaldes unter besonderen Schutz gestellt. Sehr reizvoll ist diese Wanderung im Frühjahr, wenn überall das junge Grün hervorbricht und die geschützten Waldgoldsterne, Märzenbecher und Schlüsselblumen blühen.

Wir kommen an einem Wiesental mit mehreren Fischteichen vorbei, die zur Aufzucht von Karpfen und Forellen angelegt wurden. Wir verlassen den Wald und nach ca. 100 m gehen wir scharf rechts an den Viehweiden entlang, um einen schönen im Wald verlaufenden Weg mit Blick auf das satt grüne Weideland zu folgen. Wir treffen auf die Kirchenallee, halten uns links und wandern bis zu einer großen Linde am Ende des Waldes. Hier führt der Weg rechts weiter zur „Ulrichs Ruh". Wer von hier über die Felder schaut, erkennt Hardisleben und gleich dahinter Buttstädt.

Der Wanderweg verläuft am Rastenberger Friedhof vorbei ins Stadtgebiet. Rechts die Ritterstraße folgend erreichen wir den Ausgangspunkt, dem Marktplatz.


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Alle hier empfohlenen Touren sind auf eigene Gefahr zu nutzen. Es handelt sich um markierte und teilweise unmarkierte Wander- und Radtouren mit unterschiedlichsten Wegeprofilen für die wir als Stadt Rastenberg keine Verantwortung übernehmen. Alle Angaben verstehen sich ohne Gewähr.




Erlebnisregion Rastenberg




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