Ab 1907 teufte die Gewerkschaft Rastenberg einen Schacht auf einem Gelände an der Grenze zwischen dem Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach und Preußen ab – rund 302 Meter über NN, bewusst hochgelegen, um Tagwasser fernzuhalten. Bei einer Endtiefe von rund 750 Metern wurde das Kalisalzlager erschlossen.

1909 lief die Produktion von Kalidüngesalz an. Weil die Schmalspurbahn nach Weimar für den schweren Transport völlig ungeeignet war – der Schachtplatz lag zudem an einem kaum befahrbaren Feldweg – drängte die Gewerkschaft auf eine Normalspurbahn. Die Buttstädt-Rastenberger Eisenbahn wurde daraufhin 1910 eigens für den Anschluss an das Kaliwerk gebaut. Feldbahnen verbanden ab 1911 den Schachtplatz mit den benachbarten „Finnewerken“ bei Lossa und Billroda, deren Salze ebenfalls in Rastenberg verarbeitet wurden.

Auf dem Werksgelände entstanden neben dem Förderturm eine Mühle, ein Kesselhaus, eine Chlorkalifabrik, Kühlräume und Verwaltungsgebäude auf über 10.000 m² bebauter Fläche. Für die Belegschaft baute die Gewerkschaft Werkswohnungen – zuletzt insgesamt 70 – sowie eine geplante Arbeitersiedlung auf dem Gelände „Die Almose“, von der bis zur Stillegung nur vier Doppelhäuser fertiggestellt wurden.

1924 traf die reichsweite Stillegungsverordnung für die deutsche Kaliindustrie auch Rastenberg – unter anderem wegen der als unwirtschaftlich eingestuften Verkehrsanbindung. 1925 wurde der Schacht verfüllt und mit einer 1,80 m starken Betondecke abgedeckt. Die gesamte Anlage wurde abgerissen.

Die Betonabdeckung des Schachtes ist heute noch sichtbar.

Siehe auch: Die Zwecke – Eisenbahn in Rastenberg

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Eine kleine Enzyklopädie zur Stadt Rastenberg, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Der Name Raspedia setzt sich aus "Rastenberg" und „Encyclopedia“ (englisch Enzyklopädie) zusammen.

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